Tanzimprovisation

Improvisation gehört zum kreativen Arbeiten. Ohne Improvisieren, was im Grunde genommen ein anderes Wort für „Ausprobieren“, kann nichts Neues entstehen. Choreographien entstehen durch Improvisieren und manches ergibt sich aus dem „Zufall“, sollte es den Zufall als solchen überhaupt geben. Denn vieles „fällt mir dann im freien Tun zu“. Entweder durch die Musik, durch den Rhythmus oder vielleicht auch nur durch das Atmen getragen, bewege ich mich spielerisch durch den Raum. Irgendwann ergeben sich schöne Momente, die dann aufgeschrieben oder gefilmt werden, damit ich sie nicht „verliere“. Aus diesen entstehen dann bewegte Bilder und so erarbeite ich oft meine Choreographien. Um ehrlich zu sein, war ich das erste mal, nach all meinem Ballett und Choreographien-Nachtanzen, extrem überfordert, als man von mir Improvisieren „verlangte“. Ich war sogar, muss ich heute lächelnd gestehen, ziemlich sauer und urteilte innerlich für mich, dass ‚der Dozent einfach nur unvorbereitet sei, um das von mir zu verlangen‘. Heute schmunzle ich darüber. Denn wie sehr hat mich das von meinen tänzerischen Konventionen und meinem zwar ästhetisch schönen, aber doch in einer bestimmten Formierung geprägten Bewegungsrepertoire befreit. Heute bin ich mehr als dankbar, dass ich mich darauf eingelassen habe – denn ich wäre nicht so weit gekommen. Ich habe dann sogar großartige, ja, ich würde sogar sagen „erhellende“ Workshops im Butoh-Tanz (einem Japanischen Tanztheater ohne feste Form) absolviert, die mich wirklich beeindruckt haben.

Derzeit ist das Improvisieren in Gruppen schwer, da man sich oft in kleinen oder größeren Gruppen nahe kommt. Aber die Zeit wird wieder kommen. Bis dahin empfehle ich allen Menschen sich mal eine schöne Musik oder ein Rhythmus einzulegen und einfach mit dem frei bewegen anzufangen.

Für meine Modern Dance Workshops und mein TanzTheaterFilm-Projekt sollte ein grundsätzliches Interesse an Improvisation vorhanden sein.